

In den letzten neun Jahren haben wir so einiges zusammen erlebt. Viele wunderschöne Momente, unzählige Spaziergänge, Urlaube und Abenteuer. Doch eines ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: unser abenteuericher Arbeitsweg an einem verschneiten Morgen, als so viel Schnee gefallen war, dass ich ernsthaft überlegen musste, wie wir beide überhaupt zur Arbeit kommen sollten.

Keksi inmitten der Schneelandschaft
Keksi – Meine tägliche Begleiterin
Wer sich schon durch die ersten Blogs gelesen hat, dass mich Keksi, seit sie bei mir ist, täglich zur Arbeit begleitet. Ich arbeite als Ergotherapeutin in einem kleinen Seniorenheim, und Keksi unterstützt mich dort auf ihre ganz eigene Weise. Sie bringt Freude in den Alltag der Bewohner, sorgt für strahlende Gesichter und hat im Laufe der Jahre eine ganz besondere Rolle in meiner Arbeit eingenommen. Wenn Du mehr Einblicke in unsere Arbeit erhalten möchtest, schau gerne in den Blog vorbei. Keksi – meine weltbeste Co-Therapeutin
Unser Arbeitsweg beträgt normalerweise etwa 45 Minuten zu Fuß. Morgens laufen wir eine feste Strecke, während wir nachmittags oft einen anderen, etwas kürzeren Weg nehmen. Für Keksi ist das immer eine willkommene Abwechslung. Doch an diesem einen Morgen sollte alles anders kommen.

Die Keksi passt einfach perfekt in die verschneite Winterlandschaft.
Der Wetterbericht, der alles veränderte
Alles begann an einem Wochenende. Ich hatte an diesem Samstag und Sonntag keinen Dienst, also konnte ich es mir gemütlich machen. Doch schon am Sonntagabend bereitete ich mich gedanklich auf die kommende Arbeitswoche vor. Es war Mitte Februar, und die Tage zuvor hatte es bereits leicht geschneit – nichts Dramatisches, nur eine dünne Schneeschicht, die die Straßen bedeckte.
Der Wetterbericht hatte angekündigt, dass es in der Nacht von Sonntag auf Montag zu starkem Schneefall kommen würde. Ich nahm diese Meldung zur Kenntnis, machte mir aber nicht allzu viele Gedanken. Mein Mann war es dann, der lachend meinte: „Dann nimm doch den Schlitten!“ Ich weis noch ganz genau, wie ich ihn mit rollenden Augen ansah und schmunzelte. Das erschien mir einfach zu absurd. Ein Schlitten? Wirklich?

Keksi nimmt schon mal Probe Platz – natürlich völlig unbeeindruckt.
Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr kam mir die Idee gar nicht mehr so unrealistisch vor. Falls wirklich so viel Schnee fallen würde, wäre das eine echte Alternative. Also holte ich am Sonntagabend doch noch den alten Holzschlitten aus dem Keller. Nun musste ich nur noch sicherstellen, dass Keksi darauf gut Platz fand und nicht zwischen die Holzstreben rutschte. Ich legte Decken darauf, befestigte sie gut und machte mit Keksi eine kurze Testfahrt über den Hof.
Sie blieb natürlich völlig unbeeindruckt. Keksi eben!
Der Morgen des großen Schnee-Abenteuers
Ich dachte mir noch: „Stehst Du lieber etwas früher auf, falls wir länger brauchen als gewöhnlich.“ Normalerweise klingelt mein Wecker um vier Uhr, doch diesmal stellte ich ihn eine halbe Stunde früher. Sicher ist sicher.
Der Morgen verlief zunächst wie immer. Ich quälte mich aus meinem warmen Bett, machte mich fertig und trank – wie jeden Tag – meine große Tasse heißen Pfefferminztee. Frühstücken tue ich um diese Uhrzeit nie. Zwischendurch warf ich einen Blick aus dem Fenster und dachte mir nur: „Oh, das ist ja ganz schön weiß geworden da draußen…“
Wie jeden Morgen machte ich natürlich auch die Keksi fertig: Ich bürstete ihr Fell und packte sie in ihren warmen Mantel. Ich selbst zog so viele Schichten übereinander, dass jede Bewegung schon etwas mühsam wurde – aber frieren wollte ich auf keinen Fall.
Als ich schließlich die Haustür öffnete, traf mich fast der Schlag: Gute 25 cm Neuschnee! Keksi wäre darin komplett versunken. Und es war noch stockdunkel, als ich um 4:30 Uhr das Haus verließ. Die Straßenreinigung? Fehlanzeige! Und mir hätte sie auch nichts gebracht, denn unser Weg führte durch den Wald.

Auf geht’s ins Schneeabenteuer.
Keksi, die geduldige Schlittenfahrerin
Ich stellte den Schlitten auf den Schnee, packte Keksi noch einmal extra in eine Decke und los ging’s! Mein kleines „E.T.“ saß hinten auf dem Schlitten, als hätte sie nie etwas anderes getan. Völlig selbstverständlich ließ sie sich von mir ziehen.
Zwischendurch setzte ich sie kurz ab, damit sie sich lösen konnte – doch kaum war sie fertig, sprang sie wieder auf den Schlitten, als wüsste sie genau, was los war. Es war einfach großartig zu sehen, wie sehr sie mir vertraute. Ich zog sie durch den Wald, und während meine Füße durch den tiefen Schnee stapften, saß Keksi völlig entspannt auf dem Schlitten und ließ sich durch die Winterlandschaft ziehen.
Es war eine magische Stimmung – nur wir beide, der knirschende Schnee unter meinen Füßen und die völlige Stille der frühen Morgenstunden. Ich fühlte mich wie in einem Wintermärchen.
Ankunft – klitschnass, aber glücklich
Nach einer Stunde Fußmarsch, durchgefroren und nass bis auf die Unterwäsche, kamen wir endlich an der Arbeit an. Ich war zwar völlig erschöpft, aber auch stolz auf uns beide. Keksi sprang vom Schlitten und schüttelte sich kräftig, während ich versuchte, meine völlig durchnässten Handschuhe auszuziehen.

Kaputt aber zufrieden am Ziel angekommen
Meine Kollegen konnten kaum glauben, wie wir es überhaupt zur Arbeit geschafft hatten. „Du hast sie wirklich mit dem Schlitten gezogen?“ – Ja, das hatte ich. Und ich würde es jederzeit wieder tun.
Der Tag verlief dann wie gewohnt. Keksi machte ihre Runde, begrüßte die Bewohner und sorgte mit ihrer bloßen Anwesenheit für gute Laune. Doch am Nachmittag, als es endlich Zeit war, nach Hause zu gehen, war ich sehr froh, dass zumindest einige Wege bereits geräumt waren – denn noch einmal eine Stunde durch tiefen Schnee laufen wollte ich ehrlich gesagt nicht mehr.
Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde
Heute, Jahre später, muss ich immer noch schmunzeln, wenn ich an diesen Morgen denke. Manchmal sind es genau diese unerwarteten Herausforderungen, die sich später als die schönsten Erinnerungen entpuppen.
Keksi ist und bleibt meine treue Begleiterin – egal bei welchem Wetter, egal zu welcher Uhrzeit. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendwann wieder einen Wintermorgen, an dem ich den Schlitten aus dem Keller holen muss…
Neugierig auf mehr Abenteuer?
Wenn Euch unser Schnee-Abenteuer gefallen hat, dann schaut doch mal in meine anderen Blogbeiträge! Dort findet Ihr weitere Geschichten aus meinem Leben mit Keksi. Steffis Fotounikate
Über die Autorin:
